Crowdinvesting in Immobilien: Was spricht dafür, was dagegen?

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Von Crowdfunding hat mittlerweile fast jeder gehört, Crowdinvesting hingegen ist noch relativ unbekannt. Analog zum Crowdfunding finanziert auch hier eine breite Masse verschiedene Projekte, allerdings allesamt aus dem Immobiliensektor stammend. Das bietet sowohl Anlegern als auch Investoren Chancen. Die Geldgeber sollten sich jedoch auch über die Risiken im Klaren sein.

 

Wer große Projekte realisieren will, der braucht dafür meist viel Kapital. Nur die wenigsten können Immobilien rein aus Eigenkapital finanzieren. Neben den klassischen Fremdkapitalgebern wie Banken und Großinvestoren gibt es mit Crowdinvesting eine spannende neue Möglichkeit an Geld zu kommen. Wie beim Crowdfunding auch, stammt das Geld für die Projekte nicht von ein paar Wenigen, sondern von einer breiten Masse (engl. crowd).

Für die Investoren hat das den Vorteil, dass jeder einzelne nur wenig geben muss und man sich auf diese Weise auch an großen Projekten beteiligen kann, die sonst nur Großinvestoren vorbehalten sind. Die Träger machen sich weniger Abhängig von den klassischen Investoren, die aufgrund der hohen Investments häufig gern mitsprechen und mitbestimmen wollen.

 

Finanzierung von Immobilienprojekten aller Art

Während beim Crowdfunding Projekte aller Art finanziert werden können, konzentriert man sich beim Crowdinvesting auf Immobilienprojekte. Das können Neubauten sein, müssen es aber nicht unbedingt. So kann man sich beispielsweise auch an der Renovierung oder Sanierung von Seniorenheimen oder Krankenhäusern beteiligten.

Ein entscheidender Unterschied zum Crowdfunding besteht auch darin, dass man sein Immobilieninvestment verzinst bekommt und im Idealfall natürlich auch zurückbezahlt. Crowdfunding hat hingegen eher einen Spendencharakter, die Gegenleistungen sind selten finanzieller Art oder gar finanziell attraktiv. Sie sollen eher Fans und Anhängern kleine Anreize zum Spenden bieten.

 

Investorensuche auf Crowdinvesting-Plattformen

Auch beim Crowdinvesting wird das Geld über spezielle Online-Plattformen eingesammelt. Je nach Crowdinvesting-Plattform kann man als Anleger bereits ab 100 Euro einsteigen. Einige Anbieter haben aber auch 500 Euro als Mindestinvest festgelegt. Die Verzinsung liegt in der Regel zwischen vier und acht Prozent. Die Laufzeit eines Darlehens zwischen sechs Monaten und drei Jahren.

Die Höhe der Zinsen klingt auf den ersten Blick recht attraktiv. Allerdings sollte man sich auch des Risikos bewusst sein. Denn Crowdinvestings sind sogenannte Nachrangdarlehen. Das bedeutet, dass im Falle einer Insolvenz erst alle anderen Gläubiger bedient werden und erst ganz zum Schluss die Darlehensgeber. Dann kann es aber bereits zu spät sein, wenn kein Kapital mehr übrig ist. Das Darlehen ist dann geplatzt, der Investor hat sein Geld verloren.

 

Projekte vor dem Investment intensiv prüfen

Dass diese Regelung so verbraucherunfreundlich ist, liegt übrigens weder an den Projektträgern noch an den Plattformen, die das Geld einsammeln. Sie ist dem Kleinanlegerschutzgesetz geschuldet, das beim Crowdinvesting nur Nachrangdarlehen und partiarische Darlehen erlaubt.

Im Idealfall jedoch wird das Immobilienprojekt mithilfe der Crowd realisiert und erfolgreich abgeschlossen. Dann gibt es nicht nur die Zinsen, sondern natürlich auch das investierte Kapital zurück. Kritiker bemängeln trotzdem, dass die Zinssätze im Verhältnis zum Risiko der Anleger zu klein seien. Gerade Klein- und Privatinvestoren sollten Crowdinvesting daher mit Vorsicht genießen. Erst recht, wenn sie sich mit Immobilien kaum auskennen und die Erfolgsaussichten der einzelnen Projekte daher nur schwer einschätzen können.

 

 

Bild: SergeyKlopotov – 532057639 / Shutterstock.com