Indischen Ozean: Experten erkunden Rohstoffpotenziale

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Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) setzt vom 1.November bis 2. Dezember 2012 im Rahmen des Projekts INDEX2012 ihre Untersuchungen zu potenziellen Rohstoffen im Indischen Ozean fort. An Bord des Forschungsschiffes FUGRO GAUSS wollen BGR-Wissenschaftler das Auftreten metallreicher Ablagerungen („Schwarze Raucher“) entlang ozeanischer Spreizungszentren südöstlich von Mauritius erkunden. Ziel ist die Vorbereitung einer Explorationslizenz, die die BGR im Namen der Bundesrepublik Deutschland für das Seegebiet im Zentralindik bei der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA) beantragen möchte.

„Bei der ersten Ausfahrt zu diesem Vorhaben im Herbst 2011 haben wir an verschiedenen Austrittstellen am Meeresboden metallreiche Sulfiderze entdeckt. Die Ergebnisse sind sehr vielversprechend. Unsere Proben zeigen interessante Anreicherungen vor allem an Kupfer, Zink, Gold, Silber und Sondermetallen wie Wismut, Selen und Tellur – heute unverzichtbare Bestandteile in elektronischen Bauteilen z.B. der Photovoltaik und in Geräten der modernen Telekommunikations- und Computerbranche“, so BGR-Projektleiter Dr. Ulrich Schwarz-Schampera.

Im Rahmen der Ausfahrt INDEX2012 werden nun in einer Tiefe von 2500 bis 3200 Meter neue Abschnitte am Südostindischen Rücken auf ihr Potenzial für das Auftreten metallreicher Ablagerungen untersucht. Gleichzeitig werden dadurch zusätzliche Gebiete für eine Explorationslizenz erforscht.

Die Internationale Meeresbodenbehörde regelt den Zugang zu diesen Gebieten und ermöglicht seit 2010 die Lizenzbeantragung für potenzielle Rohstoffgebiete in internationalen Gewässern. Aktuell wurden entsprechende Explorationslizenzen an China, Russland, Frankreich und Südkorea vergeben. Die BGR untersucht im Vorfeld einer möglichen deutschen Lizenzbeantragung die bekannten Areale und führt in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Marine Biodiversitätsforschung auch Untersuchungen zur Dokumentation der marinen Lebewelt und zu den herrschenden Umweltbedingungen durch.

Bild: joakant pixelio.de
Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)