Dietmar Wilberg – Die Botschaft des Golddrachen

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Am 23. Januar 2012 begann in China das Jahr des Drachen. Das geschuppte Fabelwesen gilt als Glücksbringer und unter seiner Regentschaft vermögen Menschen angeblich große Pläne umzusetzen. Aber hier soll es nicht um die Symbolik an sich gehen, sondern um das pragmatische und verantwortungsbewusste Verhalten seiner Erschaffer: China kaufte 2011 rund doppelt so viel Gold wie noch im Jahr zuvor, insgesamt sage und schreibe 770 Tonnen! Und ein Ende dieses Trends, in dessen Verlauf das Reich der Mitte wahrscheinlich noch im laufenden Jahr das traditionell goldaffine Indien überflügeln könnte, zeichnet sich keineswegs ab. Im Gegensatz zum vermeintlich so gut informierten Deutschland fallen selbst in chinesischen Bankenkreisen klare Worte zur Brisanz der internationalen Finanz- und Währungskrise.

Keine Anlage sicher

Gegenüber der Zeitung „China Daily“ äußerte kürzlich beispielsweise Zhang Jianhua, Chefanalyst der People´s Bank of China (PBOC) unmissverständlich, wie man sich gegenüber der Schuldenorgie der westlichen Welt abzusichern gedenkt: „Keine Anlage ist jetzt sicher. Die einzige Wahl, um Risiken abzusichern, ist der Kauf der Hartwährung Gold.“ Gold sei der einzige sichere Hafen für vorsichtige Investoren!

Solch klaren Worten gingen mit der signifikanten Erhöhung der Goldeindeckung im Reich der Mitte bereits zählbare Taten voraus. Das ist auch volkswirtschaftlich für die „Werkbank“ der westlichen Welt dringend geboten, werden doch Chinas Exportüberschussreserven in Höhe von sagenhaften 3,2 Billionen US-Dollar überwiegend in Papier- bzw. Buchgeld gehalten. Allein ein Drittel davon in der nordamerikanischen Weltleitwährung und immerhin rund 20 %, also ca. 640 Milliarden, in europäischen Schuldpapieren!

Nichteuropäische Goldkäufer

Sieht man sich unsere derzeitige Finanzwelt mit all den Verwerfungen und Aufblähungen diverser Schuldenblasen aus der Adler- oder treffender Drachenperspektive an, so wird das konsequente Akkumulieren von Edelmetall verständlich. Zumindest scheint man den Ernst der Lage vor allem in Ländern Lateinamerikas und Asiens zu erkennen, allem voran in Indien. Der Subkontinent ist und bleibt vorerst der weltweit größte Goldkäufer: 933 Tonnen des gelben Metalls klaubten allein die Inder vom Markt! Das entspricht etwa 35 % der Weltgoldproduktion 2011.

Überhaupt waren laut Angaben der Produzentenvereinigung World Gold Council (WGC)  nichteuropäische Notenbanken im vergangenen Jahr äußerst aktive Goldkäufer. Mit rund 440 Tonnen akkumulierten sie soviel vom gelb glänzenden Edelmetall wie seit 1964 nicht mehr.

Was hat dieser vornehmliche asiatische „Goldrausch“ mit uns Kleinanlegern in Deutschland zu tun? Dieser Frage möchte ich eine andere Frage gegenüberstellen: Sollte es uns nicht nachdenklich machen, wenn Wirtschaftsgiganten wie China und Indien sowie Notenbanken außerhalb des Kollektivhaftungsbereiches des Euro, ihre Geldberge auch aus Exportüberschüssen zugunsten von Edelmetall zügig konvertieren?

Angewachsene finanzielle Bürgschaft

Ja, natürlich! Es sei denn, Sie vertrauen weiterhin gutgläubig darauf, dass der sogenannte Euro-„Rettungsschirm“ unter Ignoranz mathematischer und physikalischer Gesetze bis zum Mond hin ungestraft aufgeblasen werden kann und Ihr mühsam Erspartes nach dem unvermeidlichen Zusammenbruch noch vorhanden sein wird. Sollten Sie sich noch immer in dieser Illusion sonnen, schauen Sie sich bitte einmal die rasant angewachsene finanzielle Bürgschaft des deutschen Steuerzahlers für überschuldete Euro-Länder innerhalb des „ESM-Rettungsschirmes“ an: für sage und schreibe 650 Milliarden Euro haftet Deutschland mittlerweile ganz allein! Diese Summe entspricht aktuell rund 35 % des ESM-Volumens und knapp einem Drittel unser eigenen bis dato aufgetürmten Staatsverschuldung und so drängt sich bei kritischen Zeitgenossen förmlich die Frage auf, wer eigentlich uns „helfen“ könnte und würde, wenn wir als größter und innerhalb Europas faktisch ultimativer Kreditgeber ausfallen?!

Bevor Sie jetzt über diese Frage grübeln und schlaflose Nächte verbringen, tun Sie es besser den Chinesen gleich und gestalten Sie 2012 zu Ihrem persönlichen Jahr des Golddrachen – investieren Sie einen bedeutsamen Teil Ihres Vermögens in physisches Edelmetall! Dabei dürfen Sie neben Gold auch seinen kleinen Bruder Silber berücksichtigen, da man hier noch sehr viel mehr edles Gewicht fürs Geld bekommt. So verwandelt sich der chinesische Golddrache mit Sicherheit auch in Ihren persönlichen Glücksbringer.

Dietmar Wilberg
Finanzplaner/MBA
Geschäftsführer Deutschland Gold Silber Kontor

21.02.2012