Andreas Rühl – Edelholz – wachsender Sachwert

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Edle Hölzer unterscheiden sich von der Masse, also den Nutzhölzern, durch eine herausragende Oberflächengüte, eine lebendige Holzmaserung und Schönheit. Edelhölzer gehören zu den klassischen Sachwerten. Seit der Antike ist Edelholz der Inbegriff von Schönheit und Reichtum. Von der Bundeslade über die Barockschlösser bis zu modernen Luxusjachten findet der von keinem künstlichen Produkt übertroffene Rohstoff Anwendung.

Die Preise für Edelholz steigen, ähnlich wie Gold – nur kontinuierlicher. Das allein ist schon eine hervorragende Voraussetzung, um Ihr Vermögen zu sichern. Dazu gesellt sich in der Anlagewelt ein einmalig anzutreffender Ertragsfaktor: Der naturgegebene Zinseszins!

Die Rohstoffmenge, in die Sie investieren, wird durch ihr natürliches Wachstum jedes Jahr mehr. Das ist Ihre zweite Ertragskomponente. Die nebenstehende Grafik macht es deutlich. Ein Barren ist ein Barren – Gold bleibt immer die gleiche Menge. Ein Baum wächst dagegen – Jahr für Jahr: echtes natürliches Wachstum, völlig unabhängig von den Schwankungen der Wertpapiermärkte.

Die beiden ältesten Anbieter für die Anlageklasse Wald / Holz sind bereits über 10 Jahre am Markt. In den letzten fünf Jahren hat sich die Zahl der Wald- und Holz-Anlageformen auf über 40 Anlagelösungen erhöht. Um diese vielen Angebote richtig einstufen zu können, gilt es die Besonderheiten des Holzmarktes zu kennen. Dabei geht es um

–         die Unterschiede zwischen Nutzholz und Edelholz sowie

–         die Preisspannen bei verschiedenen Holzqualitäten.

Vom jährlichen Holz-Handelsvolumen, weltweit ca. 200 Mrd. Euro, entfallen etwa 60 Prozent auf Harthölzer – hauptsächlich Tropenhölzer. Darin enthalten sind ca. 8 Mrd. Euro Umsätze in Hölzern mit den besten Eigenschaften, den sogenannten Edelhölzern, wie Teak, Mahagoni oder die auch in Europa wachsenden, wie Robinie, Kirsche und Schwarznuss. Diese Edelhölzer machen vier bis fünf Prozent des globalen Holzmarktes aus – die Spitze eines gewaltigen Marktes. Darunter findet sich die große Masse der angebotenen Hölzer, die dem Nutzholz zuzuordnen sind – mit großen zyklischen Preisbewegungen.

Im Edelholzmarkt dagegen wird in einen sehr begrenzten Markt investiert. Der weltweite Bestand wurde durch den Raubbau so reduziert, dass ein kontinuierlich abnehmendes Angebot auf eine weltweit steigende Nachfrage trifft. Diese Knappheit und die herausragenden Eigenschaften von Edelholz ermöglichen ein sehr viel höheres und besser kalkulierbares Renditepotential – je nach Qualität. Dafür muss der Produzent entweder extensiv die Bäume pflegen und kranke Bäume behandeln, oder – in der intensiven Pflege – die Bäume regelmäßig asten um die optimale Stammdicke und Schnittholzgüte zu erreichen. Je nach Holzart wird für die Qualität aus der intensiven Produktions-Strategie das vier- bis zu zehnfache gegenüber der Qualität aus der extensiven Strategie gezahlt. Bester Boden, optimales Klima und ein zur Holzart passendes Pflanz- und Auslichtungs-Schema können schließlich die Wachstumszeit und damit die Dauer der Kapitalbindung um 25 bis 50 Prozent reduzieren.

Alle diese Vorteile stellt jeder Anbieter in seiner Werbung heraus. Der Käufer soll den Eindruck gewinnen, dass das jeweilige Angebot für die Portfolio-Optimierung besonders geeignet ist. Doch hat der letzte Abschwung gezeigt, dass dies für Zertifikate, welche den Index eines Holz-Aktien-Korbes abbilden bzw. Fonds, die ausschließlich Forstaktien kaufen, nicht gilt. Gerade im Abschwung,  in welchem das nachhaltige Geschäftsmodell der Forstunternehmen ein Fels in Ihrem Depot sein sollte, rauschen die Kurse wie bei allen anderen börsenabhängigen Portfolio-Bausteinen in den Keller. Von Portfolio-Optimierung also keine Spur. Die liquide Holz-Anlage verfehlt den Sinn, eine börsenunabhängige und kontinuierliche Wertentwicklung zu erzielen. Dies wird auch im nächsten Abschwung so sein.

Konzepte, die zur Langfristigkeit eines Wald- und Holz-Investments passen, sind die Angebote der Direktanbieter und der KG-Initiatoren. Die Mehrzahl der KG-Emissionshäuser will verhältnismäßig viel Geld einsammeln. Um dies investieren zu können, müssen sie sich auf Nutzholz-Wälder konzentrieren – mit all den oben geschilderten Auswirkungen.

Die ältesten Anlagelösungen kommen von den Direktanbietern. Dabei haben sich hauptsächlich zwei Investitionsformen am Markt etabliert. Unterschieden wird zwischen dem Kauf von Bäumen und dem Kauf von einer feststehenden Rundholzmenge.

Beim Kauf von Bäumen partizipieren Sie als Investor in vollem Maße am Baumwachstum. Je besser das Wachstum, desto höher das Ertragspotential. Wenn jedoch genau auf der Fläche, die Ihnen gehört, die Bäume aus irgendwelchen Gründen nicht gut wachsen, vielleicht sogar Schaden nehmen, fällt Ihr Ertrag schlechter aus bzw. können Sie im Extremfall sogar einen Totalverlust erleiden.

Anders beim Kauf von Rundholz: Hier fließt das Kapital auch in junge Bäume. Doch jetzt erwerben Sie einen Anspruch auf eine bestimmte Menge Rundholz – entsprechend dem Baumwachstum. Sie partizipieren zwar nicht von einem überdurchschnittlich guten Wachstum, tragen aber ebenso wenig das Risiko, dass Bäume nicht gut wachsen oder verlustig gehen, denn Sie können mit der feststehenden Menge Rundholz rechnen. Bei den vielen Bäumen des Initiators an verschiedenen Standorten gleichen sich besseres Wachstum hier und schlechteres Wachstum dort nach dem Gesetz der großen Zahl aus.

Bei der Wahl des Anbieters sollten Sie auf klare Aussagen zur Mittelverwendung achten, insbesondere ob Rücklagen für Pflege, Bewachung und das Ernten gebildet werden. Ein anderes entscheidendes Kriterium ist, ob Ihr vertraglicher Anspruch in einer rechtlich einwandfreien Form abgesichert ist – durch Eintragung in einem öffentlichen Register (vergleichbar dem Grundbuch). Das Vorliegen eines Prospektgutachtens von einem Wirtschaftsprüfer sollten Sie zur Voraussetzung erklären.

Unter Berücksichtigung all dieser Kriterien investieren Sie mit hoher Sicherheit in einen herausragenden Sachwert. Weil Sie Ihre Erträge auf völlig andere Art und Weise wie bei Ihren vorhandenen Anlagen erzielen und diese unabhängig von Kapitalmarkt-Entwicklungen entstehen, führt eine Edelholz-Beimischung von 10 bis 15% zu einer gesünderen Vermögensstruktur. Und, wer sucht diese nicht?

DER ARTIKEL IST IN DER HANDELSAUSGABE 1/2011 ERSCHIENEN

Andreas Rühl, Juni 2011
Bildquelle: Lignum AG