Die große Nervosität am Goldmarkt ist ein gutes Zeichen

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Von Claus Vogt

Die Triebfeder der Goldhausse ist völlig intakt

Vor dem Hintergrund der Spannungen zwischen den USA und dem Iran ist es vorige Woche bei der Preisfindung am Goldmarkt zu einigen Zuckungen gekommen, die unverhältnismäßig viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben. Dabei hat sich doch immer wieder gezeigt, dass Kursausschläge, die geopolitisch motiviert sind, „kurze Beine“ haben und für den mittel- bis langfristigen Trend weitgehend bedeutungslos sind.

Dennoch haben sowohl amerikanische als auch deutsche Analysten diese Zuckungen zum Anlass genommen, das Ende der jüngsten Aufwärtsbewegung oder sogar der gesamten Goldhausse zu verkünden, da es ja jetzt zu keiner Eskalation zwischen den USA und dem Iran gekommen ist.

Ich sehe die Triebfeder der Goldhausse weiterhin in der anhaltend unseriösen Geld- und Staatsschuldenpolitik, deren Ende nicht abzusehen ist. Deshalb bin und bleibe ich sehr bullish für die Edelmetalle und die Minenaktien.

 

Ein Blick auf den Chart wird Sie beruhigen

Als Börsianer läuft man immer Gefahr, vom Tagesgeschäft so vereinnahmt zu werden, dass man das größere Bild aus den Augen verliert. Mit einem regelmäßigen Blick auf langfristige Charts kann man diese Falle vermeiden.

Der folgende Chart zeigt Ihnen den Verlauf des Goldpreises pro Unze in $ seit 2013. Hier sehen Sie die sehr mächtige Bodenbildung, auf die ich in meinen Analysen immer wieder hingewiesen habe. Mitte 2019 wurde diese Formation mit einem Ausbruch nach oben beendet, womit ein starkes langfristiges Kaufsignal gegeben wurde. Seither sind gerade einmal sieben Monate vergangen, in denen Gold von rund 1.350 $ auf aktuell 1.550 $ gestiegen ist, das heißt um 15%.

 

Goldpreis pro Unze in $, 2013 bis 2020

Quelle: StockCharts

Mit dem Ausbruch aus der hier gezeigten Bodenformation wurde ein starkes langfristiges Kaufsignal gegeben. Aus dieser Perspektive gesehen, ist die Goldhausse noch sehr jung.

Vor dem Hintergrund der Bodenformation, die das Sprungbrett der anschließenden Hausse darstellt, sind das noch kleine Fische. Die Botschaft dieses Charts ist klar: Wir befinden uns noch immer in der Frühphase einer Hausse mit sehr großem Kurspotenzial, die vermutlich lang anhalten wird. Deshalb sollten Sie sich von der Berichterstattung über kurzfristige Kurskapriolen nicht aus der Ruhe bringen lassen.

 

Die Bedeutung der Terminmarkt-Spekulation

Ein in den vergangenen Wochen immer wieder zu lesendes Argument, mit dem die Goldbären das Ende der Hausse begründen, ist die Positionierung der Großspekulanten an der US-Terminbörse. Tatsächlich setzt diese Anlegergruppe in großem Umfang auf einen steigenden Goldpreis, während die Hedger die Gegenpositionen halten. Das lasse weitere Kursgewinne nicht zu und signalisiere eine Trendwende.

Nun gibt es aber wichtige Beispiele, in denen die Kurse dieser Argumentation nicht gefolgt sind. Warum ich der Überzeugung bin, dass es auch dieses Mal nicht der Fall sein wird, lesen Sie in der am Montagabend, den 20. Januar erscheinenden Monatsausgabe meines Börsenbriefes Krisensicher Investieren.

 

Achtung: US-Aktienmärkte extrem heiß gelaufen

Die fundamentale Überbewertung der US-Aktienmärkte hat inzwischen historische Ausmaße angenommen. Sie lässt sich nur noch in einem Atemzug mit den Jahren 1929 und 2000 nennen. Im ersten Fall fielen die Aktienkurse weltweit um 90%, im zweiten brachen der NASDAQ 100 und der DAX um über 70% ein. Eine ähnliche Entwicklung erscheint mir auch dieses Mal unausweichlich.

In den vergangenen Wochen hat eine ganze Flut von Indikatoren Extremwerte angenommen, die eine seltene Überhitzung der Börse anzeigen. Jetzt kommen auch von den Optionsmärkten sehr deutliche Warnsignale. Das deutet darauf hin, dass sehr bald eine größere Korrektur beginnen wird.

Ob damit auch das Ende dieser umfassenden Spekulationsblase eingeläutet wird, lässt sich jetzt noch nicht sagen. Nur so viel ist klar: Die kommenden Wochen versprechen sehr wichtig zu werden. Und mit einer Drittelung des S&P 500 Index müssen Sie aufgrund der hohen Überbewertung im Lauf der nächsten Baisse rechnen. Bereiten Sie sich vor!

 

 

Bild: Depositphotos.com/belchonock