Bank fällt auf 18-Jährigen Falschgoldverkäufer herein

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Es ist nicht alles Gold, das glänzt. Das sollte gerade eine Bank wissen. Trotzdem fiel die Sparkasse Göttingen auf einen damals 18-jährigen herein, der über Monate hinweg immer wieder angebliche Goldbarren gegen Geld tauschte. Nachdem er beim ersten Mal erzählt hatte, er habe geerbt, wurde bei den folgenden Malen nicht mehr nachgefragt. Eine Prüfung auf Echtheit der Barren fand nicht statt. Zehn Mal kam der junge Mann mit dem schüchtern wirkenden Pausbackengesicht ins Bankhaus. Nicht ein einziges Mal kam ein Bankmitarbeiter darauf, einen kritischen Blick auf das Metall zu werfen. Dabei tauschte der Mann in zwei Monaten 279 Barren gegen 300.000 Euro ein. Das Gericht, das den Fall Ende Oktober 2019 verhandelte, sieht keinen Zweifel darin, dass der heute 21-Jährige wusste, dass er die Bank betrog. Schließlich kaufte er die Barren bei eBay, wo sie als goldbeschichtetes Metall announciert waren. Gerade als Hobby-Münzsammler muss ihm zusätzlich klar gewesen sein, dass es bei einer Gewinnmarge von 9900 Euro Einkaufspreis auf 300.000 Euro Verkaufspreis nicht ganz mit rechten Dingen zugehen kann. Aufgeflogen ist der Schwindler nur deshalb, weil einem Mitarbeiter der Sparkasse bei der plötzlichen Geldflut auf dem Konto der Verdacht auf Geldwäsche kam. Da waren die Barren schon längst von der Sparkasse zur NordLB und zur Landesbank Baden-Württemberg gewandert. Erst dort fiel nach NDR-Berichten auf, dass es sich um Falschgold handelte.

 

Bildquelle: depositphotos.com/EdZbarzhyvetsky