Gutes Gewissen dank Social Investments

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Mit Social Investments in die Zukunft von Natur und Gesellschaft investieren

Die Schere zwischen Arm und Reich wird Jahr für Jahr klaffender, und zwar nicht nur irgendwo am anderen Ende der Welt, sondern auch hier, im deutschsprachigen Raum. Nicht etwa, dass „die Reichen“ im stillen Kämmerchen boshafte Pläne schmieden würden, wie sie „den Armen“ einen Cent nach dem anderen abknapsen und die geschundene Natur noch weiter ausbeuten und verwüsten können. Nein, der Fehler liegt im System der globalen Marktwirtschaft – und in einer gewissen Unsicherheit, die gewohnten Pfade zu verlassen. Dabei würde eine Menge wohlhabender Menschen sehr gerne dafür sorgen, dass es auch anderen gut geht und wenn nebenbei auch noch die Umwelt geschont wird, ist das noch besser. Wer wird nicht gern zum Helden? Aber nicht nach dem Gießkannenprinzip, sondern bitte durch nachhaltige Projekte. Gewusst, wie und wo ist der Schlüssel. 

Das Drei-Säulen-Modell der nachhaltigen Entwicklung

In den letzten Jahren findet ein Umdenken statt, das durchaus Grund zur Hoffnung gibt, die Geiz ist geil Mentalität langsam aus der Mode kommt. Immer mehr Menschen begreifen, dass es keinen Weg am Drei-Säulen-Modell der nachhaltigen Entwicklung vorbei gibt, wenn wir selbst und unsere Nachkommen weiter in einem lebenswerten Umfeld mit heiler Umwelt leben wollen. Mit den drei Säulen sind gemeint: Die ökologische Nachhaltigkeit, die eine Lebensweise anstrebt, die die Natur und die daraus gewonnenen Lebensgrundlagen nur in dem Maß nutzt, wie sie sich regenerieren können. Die soziale Nachhaltigkeit geht davon aus, dass nur dann dauerhafter Frieden und Gewaltarmut innerhalb einer Gesellschaft herrscht, wenn sich die sozialen Spannungen in Grenzen halten und Konflikte auf zivilem Niveau beigelegt werden können. Gerade im derzeitigen politischen Kontext zeigen sich die lauernden Abgründe sehr deutlich. Die ökonomische Nachhaltigkeit setzt darauf, dass eine Gesellschaft nicht über ihren wirtschaftlichen Verhältnissen lebt und damit ihrer Nachkommenschaft die Lebensgrundlage raubt. Also ist bei allem wirtschaftlichen Handeln Frage im Hintergrund, ob es auf diese Weise dauerhaft betrieben werden kann. Wie wir es drehen und wenden, wir leben nun einmal nicht allein und die Menschheit und die damit verbundenen Aufgaben wachsen schneller denn je. Handeln ist gefragt!

Wohltäter mit nicht monetären Interessen

Aus diesen Grundgedanken haben sich Soziale Beteiligungsgesellschaften entwickelt. Ein Beispiel aus dem deutschsprachigen Raum ist die BonVenture GmbH, ein sozialer Venture Capital Fonds. Unter der Flagge des sozial verantwortlichen Risikokapitals unterstützt sie Sozialunternehmen, Social Businesses und Social Entrepreneurs unter der Bedingung, dass diese die Lösung gesellschaftlicher Probleme durch innovative, multiplizierbare Konzepte zum Ziel haben. Im Falle von BonVenture fällt für die Investoren kein materieller Gewinn an, sondern Ziel ist eine philantrope Förderung nach dem Drei-Säulen-Modell.

Crowdinvestment im grünen Bereich

Wem der Sinn nicht nach so viel Wohltätigkeit steht, findet auf Crowdinvestment-Plattformen innovative Investitionsideen, die noch dazu mit recht niedrigen Einstiegsschwellen von 50 bis 250 Euro pro Projekt auch für den Kleininvestor interessant sind. Dazu gehören Energieeffizienzvorhaben und Ökostromprojekte, teils im direkten Lebensumfeld, wie Leih-Deiner-Stadt-Geld GmbH aus Mainz, Econeers GmbH aus Dresden, Green Vesting Solutions GmbH aus Usingen, bettervest GmbH aus Frankfurt. Mit „Wattpapieren“ von greenXmoney.com werden Forderungen auf künftige Erträge aus der Stromproduktion von Windkraft und Solaranlagen gekauft. Aus den tatsächlichen Erträgen bekommen die Schwarmanleger später eine Rendite ausgezahlt. Die Vielfalt der Unternehmensideen wie verpackungsfreie Supermärkte oder die Produktion kompostierbaren Einweggeschirrs ist grenzenlos. Die Kiron University zur Hochschulbildung für Geflüchtete, Female Future Force Academy von Edition F, die sich für Frauenbildung einsetzt, Bonaverde, die Kaffeemaschinen mit Fairtrade Bezug der Kaffeebohnen kombiniert oder Tado Cooling, eine ressourcensparende Klimasteuerung, die erkennt, wo sich der Hausbewohner befindet und nur dort die Klimaanlage anwirft all diese sehr erfolgreichen Projekte wurden über den Schwarm finanziert. Ganz risikofrei ist Crowdinvestment allerdings nicht. Die Crowdinvestment-Plattform-Betreiber haben mit bis zu 14 Prozent Beteiligung an den gesammelten Geldern ein hohes Eigeninteresse, die Projekte ins Rollen zu bringen. Dabei bleiben oft Fragen, wie die der Unternehmensfinanzierung außerhalb des Schwarms oder

die Investitionsplanung, offen und sollten beim Unternehmen selbst nachgefragt werden. Geht das Projekt den Bach hinunter, steht der Crowdinvestor als Geber eines partiarischen Nachrangdarlehens ganz hinten in der Reste-Verteilerkette und bekommt meist wenig bis nichts zurück. Fazit: Crowdinvestment kann man machen, wenn man es sich leisten kann, den Einsatz zu verlieren. Allerdings finden sich derzeit auch nirgends sonst so innovative und hoffnungsvolle Geschäftsideen.

Gold das mit Umweltfreundlichkeit glänzt?

Gold ist heute wie seit Tausenden von Jahren eine konstant sichere Wertanlage mit nur wenig Schwankungen. Es ist kein Geheimnis, dass in der Goldförderung Niedriglohnarbeiter und oft genug Kinder im Kontakt mit gesundheitsschädlichen Chemikalien schuften und dabei totes Land schaffen, um aus einer Tonne Stein ein einziges Gramm Gold zu gewinnen. Eine umwelt- und sozialverträgliche Alternative zum neu geschürften Gold ist Recycling-Gold, das aus Schmuck, Altgeräten und Produktionsabfällen gewonnen wird. Eine der dazu benötigten Scheideanstalten betreibt beispielsweise die Degussa AG. Daneben ist auch Gold mit Fairtrade-Zertifikat im Handel, das aus garantiert umwelt- und menschenfreundlichem Abbau stammt. Allerdings gibt es wenig davon auf dem Markt, da wegen mangelnder Information derzeit kaum Nachfrage besteht.

Banken mit sozialem Hintergrund

Wenn‘s ums Geld geht, hört oftmals alle Skrupel auf. Nicht so bei extra entgegen diesen Gedanken gegründeten Banken wie etwa Steyler Bank Gmbh, Umwelt Bank AG aus Nürnberg, GLS Bank, Ethik Bank, Evangelische Bank eG oder die Bank für Kirche und Caritas eG. Hier wurde der ethische Grundsatz schon in der Gründung fest verankert.

 

Fazit: Wer sein Vermögen „sauber“ investieren möchte, findet reichlich Möglichkeiten dafür, wenn er sich die meist nicht einmal große Mühe macht, etwas mehr zu recherchieren und Fragen zu stellen. Ob Sie die Möglichkeiten nutzen, Ihr Geld für eine gute Sache arbeiten zu lassen, ist letztendlich eine Frage des Gewissens.

 

Von Martina Schäfer, Redakteurin