Panini: Sammler zahlen fünfstellig für seltene Alben

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Zu jeder Fußball-WM die gleiche Aufregung: Kinder und Erwachsene, die stapelweise Tütchen vom Bezahlen an der Kioskkasse wegschleppen und dann mit schon fast fiebrigem Blick direkt öffnen, gefolgt von einem Jubeln oder Seufzen. Da wird mit großem Eifer getauscht, gehandelt, geklebt, bis die Alben voll sind. Oder eben nicht – nichts ist ärgerlicher, als wenn in einem 400 Bilder fassenden Album genau dieses eine letzte Bild fehlt.

Natürlich lassen sich Bilder von aktuellen Heften auch direkt bei Panini bestellen, doch für Aufkleber alter Alben gilt das nur bedingt. Und überhaupt, wo bleibt beim schnöden Bestellen der Nervenkitzel der Jagd?

Auf der Jagd nach ­Stickern

Enthusiasten suchen auf Sammlerbörsen nach den fehlenden Bildern für ihre Alben. Zu jeder WM oder EM werden diese Tauschörsen in fast jeder größeren Stadt abgehalten, um die Chancen zu erhöhen, doch noch die fehlenden Gesichter einkleben zu können. Auf diesen Börsen kommt es immer wieder vor, dass auch Bilder aus sehr alten Panini-Kollektionen angeboten werden. Wer in der Szene der einen Stadt nicht fündig wird, reist gerne mal in die Nachbarstadt, um dort das Angebot an Klebebildern zu durchkämmen. Oder gleich nach einem gut erhaltenen, vollständigen Album, das in der Sammlung fehlt, Ausschau zu halten.

Auch online-Tauschbörsen sind beliebt. Dort sollte man sich jedoch frühzeitig registrieren und fleißig seine doppelten Karten einpflegen, da so die Wahrscheinlichkeit, einen Tauschpartner zu finden und das Heft zu vervollständigen, enorm erhöht wird. Doch auch auf Auktionsplattformen wie eBay kommen ab und an außergewöhnliche Sticker oder Alben über den Tisch.

Traumpreise für seltene Alben

So zahlen Liebhaber für ein Panini Sticker Album von der Fußball WM 1974 in München bis zu 1000 Euro. Das ist das teuerste deutsche Panini Sticker Album, aber international geht es um größere Summen. Eine ungeöffnete, 100 Stickertüten umfassende Display-Box von der Fußball WM 1986 in Mexiko brachte 2250 Euro ein. Ob der Käufer damit sein Heft vervollständigen wollte, oder ein Investor sich die Sticker in den Tresor legen wollte, um sie in 10 Jahren zu höheren Preisen zu verkaufen, ist nicht bekannt.

Dass es sich durchaus lohnt, Sticker oder Alben lange zu hegen und zu pflegen, bevor man sie zu Geld macht, zeigt ein gut Panini-Album der italienischen WM von 1970. In diesem Jahr erschienen zum allerersten Mal Panini-Sticker zu einer Fußball WM, 271 an der Zahl, und das noch nicht einmal in vielen Ländern. Ein solches, vollständiges Album wird nach nun fast 50 Jahren mit 2000 bis 4000 Euro gehandelt, je nach Zustand. Auch hier werden Tütchen mit Stickern gehandelt, allerdings sind es hier nur zwei Aufkleber pro Einheit, statt der heute geläufigen fünf. Entsprechend schwierig ist es, ein Album voll zu bekommen.

Das teuerste bisher gehandelte Album ist eine internationale Ausgabe aus dem selben Jahr, die für 12.038 Euro über den Tisch ging. Das Besondere daran: Pelé hatte. sie auf dem Titelbild und auf seinem Konterfei im Heftinneren signiert. Dazu existiert ein Foto, das Pelé beim Unterschreiben des Heftes zeigt.