Die Privathaftpflicht – Eine Versicherung die Pflicht sein sollte

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In Deutschland gibt es gefühlt für jeden nur erdenklichen Fall eine Versicherung. Kein Wunder, denn das mitunter ein wenig übertriebene Sicherheitsbedürfnis der Deutschen ist international ganz offiziell als »German Angst« bekannt. Neben all den teuren aber verzichtbaren Versicherungen gibt es jedoch auch einige, die so essentiell sind, dass sie eigentlich für jeden Bundesbürger verpflichtend sein sollten. Das trifft auch auf die Haftpflichtversicherung zu. Warum aber ist die private Haftpflichtversicherung so wichtig?

Darum ist die Haftpflichtversicherung so wichtig

Wie schnell ist es passiert, dass wir jemandem im Alltag einen Schaden zufügen? In einem Geschäft fällt uns eine teure Vase herunter, wir verschütten ein Glas Rotwein auf dem sündhaft teuren Kleid einer Bekannten oder verursachen einen Wasserschaden. Schnell kommen Schadensersatzansprüche von ein paar Hundert oder einigen Tausend Euro, je nach Sachwert, auf uns zu. Oder schlimmer noch, wir sind der Auslöser für einen Personenschaden.

Behandlungskosten, Schmerzensgeld und etwaige Entschädigungszahlungen erreichen leicht schwindelerregende Summen, die unseren finanziellen Ruin bedeuten können. In Deutschland ist die persönliche Haftung von Privatpersonen nämlich grundsätzlich unbeschränkt. Wohl dem, der eine private Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat, denn diese schützt den Versicherten in solchen Fällen vor den Forderungen Dritter. Nichtsdestotrotz haben lediglich 67 Prozent aller Bundesbürger eine solche Police abgeschlossen. Alle anderen spielen tagtäglich mit dem Feuer.

Wie genau funktioniert eine private Haftpflichtversicherung?

Auch wenn die private Haftpflichtversicherung enorm wichtig ist, zählt sie anders als die Kfz-Haftpflichtversicherung nicht zu den Pflichtversicherungen. Für einen minimalen Monatsbeitrag von in der Regel nicht mehr als 5 bis 6 Euro schützt sie den Versicherten jedoch vor Forderungen Dritter für verursachte Sach-, Personen- und Vermögensschäden.

Ebenfalls mit inbegriffen ist der Schutz vor unberechtigten Forderungen. In einem solchen Fall trägt die private Haftpflichtversicherung beispielsweise auch Gerichts- und Anwaltskosten. Ausschlaggebend für die Höhe der Versicherungsleistung ist immer die vereinbarte Deckungssumme, die bei mindestens 5 Millionen Euro liegen sollte. Kommt es nun zum Schadensfall, ist der Versicherte bis zu diesem Limit abgesichert, sofern der Schaden nicht mutwillig verursacht wurde.

Nur der richtige Tarif schützt effektiv

Eine möglichst hohe Deckungssumme ist zwar ein guter Anfang, jedoch nicht alles. So sollten Versicherte auch auf zusätzliche Absicherungen achten, denn während beispielsweise Schäden durch Kleintiere wie Katzen meist automatisch in der Police integriert sind, ist es der Hundebiss oder der durch das eigene Pferd demolierte Zaun nicht. Die Absicherung ist bei jedem Anbieter anders. Daher hilft ein Haftpflichtversicherung-Vergleich auf diversen Webseiten bei der Informationsbeschaffung.

Auch Mietsachenschäden, Gefälligkeitsschäden, die Kostenübernahme für Schäden bei der Ausübung eines Ehrenamts oder den Verlust eines dienstlichen Schlüssels, sind in der Regel nicht automatisch mitversichert. Wer sich für einen Familientarif entscheidet, kann zudem den Partner und die Kinder gegen einen minimalen Aufpreis mitversichern. Senken lässt sich die Versicherungsprämie hingegen durch die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung, bis zu der jeder Schaden aus der eigenen Tasche gezahlt werden muss.

 

Bild: Gajus-Images/depositphotos

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