„Digital-CEO“ Frank Jorga – immer unterwegs und vernetzt

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WebID-Chef Frank S. Jorga im Porträt

Mobilfunk, Internet und Clouds haben unsere Kommunikation im Job vollständig verändert. Die Konzeption von Büros, gar Chefbüros und der Großteil der Arbeitsabläufe innerhalb eines Teams halten mit dieser Modernität jedoch nicht mit. Frank S. Jorga, Co-CEO des Identifikationsdienstleisters WebID, geht sogar noch weiter. Er plädiert dafür, Chefbüros ganz abzuschaffen: „Es sprechen so viele Gründe dafür, die Digitalisierung ist einer davon. Doch vor allem fesselt es schlichtweg die Ideen. Vielmehr machen Verzicht, Schlichtheit und Reduktion auf das Wesentliche eine Unternehmensphilosophie von heute aus.“

Selbst wenn er ein eigenes Büro hätte – es wäre nicht leicht, ihn dort überhaupt anzutreffen. Jorga ist permanent unterwegs: zwischen den deutschen Standorten, Dependancen im Ausland, neuen Niederlassungen in Übersee, wichtigen Branchentreffen und natürlich Meetings mit Kunden. Bei der WebID nennt man ihn schon freundschaftlich „Travelling-Digital-CEO“. Auch aus diesem Grund steuert Jorga – gemeinsam mit seinem Kollegen Franz Thomas Fürst – das Unternehmen komplett digital. Allerdings hätte er selbst dann kein Büro, wenn er weniger reisen würde. „Das funktioniert natürlich nicht überall und in jedem Unternehmen, aber im Großen und Ganzen haben gerade große Büros, die beeindrucken und mitunter einschüchternd wirken, ausgedient“, fasst Jorga seine Meinung zu diesem Thema zusammen.

Wie also soll die Arbeitswelt von morgen aussehen? Der FinTech-Pionier hat da genaue Vorstellungen, und sie decken sich nicht zufällig auch mit den wichtigsten Attributen seiner WebID-Dienstleistung: digital und kommunikativ. Konsequent digital sind dabei die Arbeitsmittel und Arbeitsabläufe. Kern eines zeitgemäßen Bürokonzepts soll dann die Kommunikation mit den Mitarbeitern sein. Ein Großteil der Führungstätigkeit sei nun einmal Interaktion, Anleitung und Austausch – und dies müsse sich auch im Büroraum widerspiegeln. Für Jorga müssen Arbeitsräume generell viel offener sein, mit Zonen für den Kontakt und für Treffen – und zwar auf organische Weise; nicht, weil man einen Termin und im System den Raum dafür gebucht hat. „Schottet sich ein Chef ab, ist dies kein gutes Zeichen“, sagt er.

Selbstzweck oder schiere Modernität sollen solche Maßnahmen und Umwälzungen aber nicht sein – unterm Strich geht es ums Business, Wachstum und Geschäftserfolg: „Mit solchen Entscheidungen sendet man die richtigen Signale und motiviert seine Mitarbeiter. Ein Chef ist Vorbild. Daher ist es paradox, dass sich zwar technisch und von den Umgangsformen her in den vergangenen Jahrzehnten so viel geändert hat – dies sich aber nicht in den Arbeitswelten zeigt. Dabei sind sie maßgebend dafür, ob die Abläufe in einem Unternehmen auch funktionieren. Daher muss alles so konzipiert werden, dass die Bürowelten die realen Kommunikations- und Arbeitsprozesse abbilden. Und das heißt in erster Linie: „digital!“

Jorga hatte einen Schlüsselmoment, der ihn zum Umdenken bewogen hat. Während einer früheren Tätigkeit in den USA hat er gemerkt, dass er nur wenige essentielle Dinge braucht, um überall arbeiten zu können. Es habe zwar nach seiner Aussage einige Zeit gedauert, sich umzustellen, aber nun arbeite er bereits mehr als fünfzehn Jahre auf dem digitalen Weg. Jorga ist damit technisch und räumlich autark. Damit das funktioniert, ist die zwischenmenschliche Kommunikation für ihn so entscheidend: „Die Vernetzung, wenn ich unterwegs bin, wird dabei natürlich durch die Digitalisierung und moderne Kommunikationstechnik stark erleichtert. Dennoch muss der Austausch gelebt werden“, erläutert er das Zusammenspiel von digital und Kommunikation. „Gerade, weil an persönlichen Begegnungen kein Weg vorbeiführt, bin ich regelmäßig vor Ort – und da wiederum kann nicht in jeder Dependance ein Geschäftszimmer für mich vorgehalten werden.“

Für Jorga beschleunigt die Digitalisierung den Wandel bei den Bürowelten. Denn mittels Smartphone und Cloud hat er permanent Zugriff auf alle Daten und Dokumente. Deshalb findet er es auch so anachronistisch, dass die Konzeption von Büros nicht genauso modern und flexibel geworden ist. Für ihn hat das weitreichende Konsequenzen: „Ich denke, an solchen Fragen entscheidet sich auch das Überleben einer Firma, zumindest wird es ein Erfolgsfaktor werden. Die Welt ändert sich täglich und mit ihr die Technologien und Märkte. Eine Organisation, die auf der Stelle tritt – vor allem auch bei Arbeitsprozessen und deren Digitalisierung –, läuft Gefahr, dass sie übermorgen nicht mehr existiert.“

 

Bild: WebID Solutions GmbH.

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