Flucht ins Gold und ins Finanzamt?

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Die Deutsche Edelmetall-Gesellschaft e.V. (DEG) kann nach einer Blitzumfrage bei den ihr angeschlossenen Edelmetall-Händlern von einem sprunghaft gestiegenen Umsatz in den vergangenen Tagen berichten.

Als Auslöser für diese Entwicklung sieht die DEG nicht nur den Goldpreis, der die Marke von 1.200 US-Dollar überstiegen hat. Vielmehr sei, so Waldemar Meyer, Vorstandsvorsitzender der DEG eine „äußerst pikante Gemengelage“ für den Sturm auf Gold verantwortlich: „Börsen wackeln und die Deutsche Bank scheint ein ernsthaftes Problem zu haben. Gleichzeitig werden die Bürger mit der Diskussion über eine Bargeldobergrenze verunsichert, was sie zusätzlich an der Verläßlichkeit ihrer Währung zweifeln lässt.”, so Meyer. In Zeiten, in denen Festgeldkonten unsicher erscheinen und das berühmte „Bargeld unterm Kopfkissen“ eben nicht zu einem ruhigeren Schlaf führt, seien viele Anleger „ratlos bis verzweifelt“, weil sie einfach nicht wüssten, wie sie ihr Vermögen absichern können. „In dieser Situation wird das traditionelle Geld, nämlich physisches Gold wieder doppelt attraktiv“, so der DEG-Vorsitzende Meyer: „Mehr und mehr Menschen beginnen zu verstehen: Gold ist nicht nachdruckbar und bei Gold habe ich keinen Kontrahenten, also keine Gegenpartei, auf die ich angewiesen bin.“ Denn eine solide, verläßliche Gegenpartei zu finden, erscheint in der heutigen Anlagewelt gar nicht so einfach.

Welche Blüten die Verunsicherung derzeit treibt, erläutert Meyer an einem Beispiel: “Ich habe mit Vermögensverwaltern gesprochen, die ihren Kunden in diesen Tagen neben Münzen und Barren zu einer neuen Art des Geldparkens raten: ´Machen Sie bei Ihrem Finanzamt eine Steuervorauszahlung! Sie erhalten 1 % Zinsen und das Finanzamt ist vermutlich sicherer, als die Deutsche Bank`.“ Die DEG meint: Wenn Menschen im Finanzamt einen Hort der Sicherheit für ihr Geld sehen zeigt das, wie massiv die Verunsicherung derzeit ist. Wer bereits einen relevanten Teil seines Vermögens in physisches Gold getauscht hat, der fühlt sich weniger abhängig und schläft in diesen Tagen deutlich ruhiger.

 

 

Bild: Roswitha S. – Fotolia.com